Von heiligen Dingen
2019 nahmen junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an einer Tagung im Museum teil und haben nun einen Artikel über Ausstellungsobjekte veröffentlicht.
Die Ausstellung «Wissensdrang trifft Sammelwut» wird momentan abgebaut. Die Exponate wandern wieder zurück ins Depot. Einige Objekte waren aber immer dort verblieben und wurden gar nie ausgestellt – und waren dennoch Teil der Ausstellung: Leere Plätze, leuchtend orange markiert, wiesen darauf hin, dass an dieser Stelle eigentlich ein Objekt stehen hätte können.
Ein Beispiel ist ein tjurunga aus Australien. Es gelangte über Missionar Carl Strehlow nach Frankfurt und wurde 1908 dem Museum der Weltkulturen Frankfurt abgekauft.
Geheim und heilig
tjurunga sind machtvolle Objekte, die für die mythisch-verwandtschaftlichen Beziehungen der Arrernte mit ihrer Umwelt stehen. Sie gelten als geheim und heilig, werden in Höhlen versteckt und nur für bestimmte Zeremonien hervorgeholt.
Casoar, eine Vereinigung einiger junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, hat sich für die tjurunga interessiert und einen Artikel über die Ausstellung verfasst. Erforscht wurden die Gründe, wieso das Ausstellen eines solchen Objekts für Personen, die eine Verbindung dazu haben, ein Tabu ist.
Dinge, nicht Objekte
Die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler reden dabei explizit von Dingen, nicht von Objekten. Objekte sind etwas Handfestes und von Menschen gemacht, während Dinge auch immateriell sein können.
Lesen Sie den ganzen Artikel hier.
PS: In den letzten Jahren wurden tjurunga vermehrt von den Herkunftsgemeinschaften zurückgefordert. Die Existenz der tjurunga im MKB sind der betreffenden Gemeinschaft bekannt und wir sind in Kontakt.